Ist Haarglättung gefährlich? Formaldehyd, Glyoxylsäure, Hitze – und wie ich sicher arbeite

Die Gefahr einer Haarglättung liegt nicht im Verfahren, sondern in drei Dingen: was in der Flasche ist, wie viel Hitze es bekommt, und wer es hält. Drei Stoffe sollten Sie kennen – Formaldehyd, Glyoxylsäure, Hitze – und eine vierte Sache: was Sie fragen, bevor Sie sich irgendwo hinsetzen. Stand der Rechtslage: 5. Oktober 2026.

Formaldehyd – wie ist die Rechtslage?

Formaldehyd ist in der EU als Kosmetik-Inhaltsstoff verboten: Verordnung (EU) 2019/831 vom 22. Mai 2019 hat es in Anhang II der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 aufgenommen (Eintrag 1577), weil es als krebserzeugend (Kategorie 1B) eingestuft ist. Stoffe, die Formaldehyd freisetzen, müssen seit Verordnung (EU) 2022/1181 schon ab 0,001 % im Fertigprodukt mit „enthält Formaldehyd“ gekennzeichnet werden. Die alten „brasilianischen“ Systeme waren dafür berüchtigt: Rauch, brennende Augen, die Lunge von Friseurin und Kundin. Produkte, die beim Erhitzen Formaldehyd freisetzen, verwende ich nicht. Wenn Ihnen in einem Salon beim Glätten die Augen brennen: aufstehen.

Glyoxylsäure – was ist mit den „formaldehydfreien“ Systemen?

Viele „formaldehydfreie“ Glättungen arbeiten mit Glyoxylsäure. Die französische Gesundheitsbehörde ANSES hat am 23. Januar 2025 bestätigt, dass Glyoxylsäure „sehr wahrscheinlich“ für Fälle akuten Nierenversagens verantwortlich ist, die nach Glättungen mit solchen Produkten gemeldet wurden, und eine EU-Risikobewertung bis hin zu Beschränkung oder Verbot gefordert. Die Europäische Kommission hat am 9. April 2025 einen Datenaufruf gestartet (Frist 8. April 2026) und anschließend den Wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit (SCCS) beauftragt – Mandat angenommen am 30. April 2026, veröffentlicht am 4. Mai 2026 – innerhalb von zwölf Monaten zu bewerten, ob Glyoxylsäure in Glättungsprodukten bis 16 % sicher ist. Eine EU-Beschränkung gibt es bisher nicht (Stand 5. Oktober 2026); die Prüfung läuft. Meine Konsequenz: Ich verwende kein System, dessen Sicherheit gerade untersucht wird.

Hitze – warum ist das Glätteisen das dritte Risiko?

Die meisten Schäden kommen nicht von der Chemie, sondern vom Glätteisen mit über 200 °C, täglich. Die Hitze einer Glättung ist einmal, kontrolliert, in der Hand eines Fachmanns; das tägliche Eisen macht Ihrem Haar dasselbe langsam, jahrelang. Deshalb: einmal richtig statt jeden Morgen.

Was fragen Sie, bevor Sie sich hinsetzen?

Welcher Wirkstoff? Formaldehyd oder ein Formaldehydabspalter drin? Glyoxylsäure? Mit wie viel Grad wird fixiert? Wann war die letzte Schulung der Person, die es aufträgt? Wenn die Antwort „ein Premium-Keratin“ lautet, ist das keine Antwort.

Wie arbeite ich?

Mehrere Systeme in mehreren Stärken, nach Ihrem Haar gewählt; Beratung vor jeder Behandlung, Strähnentest, wenn das Haar unklar ist; nie noch einmal über bereits behandeltes Haar; keine Glättung in Schwangerschaft und Stillzeit – das ist kein Verbot, das ist Vorsicht. Und: Nichts ist 100 %. → Straightment DEMI · → Preise · → Der Brief

Quellen

  • ANSES – Avis „Produits lissants pour cheveux : l’alerte sur l’acide glyoxylique est confirmée“, 23. Januar 2025 (anses.fr).
  • Europäische Kommission – „Call for data on glyoxylic acid used in cosmetic products“, veröffentlicht 9. April 2025, Frist 8. April 2026 (single-market-economy.ec.europa.eu).
  • SCCS – „Request for a scientific opinion on the safety of Glyoxylic Acid when used in cosmetic products“, Mandat angenommen 30. April 2026, veröffentlicht 4. Mai 2026 (health.ec.europa.eu).
  • Verordnung (EU) 2019/831 der Kommission vom 22. Mai 2019 (Formaldehyd in Anhang II, Eintrag 1577) – EUR-Lex.
  • Verordnung (EU) 2022/1181 der Kommission vom 8. Juli 2022 (Kennzeichnung von Formaldehydabspaltern ab 0,001 %) – EUR-Lex.

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